News

Praktikum als Drogistin in England

Sarah Käser (20) aus Hergiswil NW ist Drogistin EFZ. Jetzt absolviert sie ein Praktikum von sechs Monaten in Grossbritannien. Hier erzählt sie von ihren Eindrücken und Erfahrungen.

Weshalb haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?

Ich habe meine Lehre als Drogistin EFZ im Sommer 2017 abgeschlossen. Für diesen Beruf habe ich mich entschieden, da er sehr abwechslungsreich ist und man selbstständig arbeiten kann. Ausserdem lernte ich Vieles über den Körper, Pharmakologie und Naturheilmittel, was ich auch in meinem Alltag zu Hause gut gebrauchen kann. Auch das Herstellen verschiedener Hausspezialitäten interessierte mich sehr. Mit Hilfe eines Beratungsgesprächs kann man seinem Kunden die optimale Lösung für sein Anliegen zusammenstellen und somit einem Menschen ein Lachen aufs Gesicht zaubern.

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Auslandpraktikum zu absolvieren und wie lange werden Sie in England bleiben?

Kurz vor meinem Qualifikationsverfahren hörte ich an der Schule davon. An einem Infoabend konnte ich mir einen Überblick verschaffen und mir meine Fragen beantworten lassen. Da ich nach meiner Lehre die einjährige Berufsmaturität absolvierte und die Möglichkeit auf ein solches Auslandpraktikum nur bis zu einem Jahr nach dem Lehrabschluss besteht, behielt ich mir den Gedanken erstmals nur im Hinterkopf. Als ich im Frühling kurz vor meinen Maturaprüfungen jedoch noch immer nicht wusste, was ich danach machen will, fiel mir wieder das Auslandpraktikum ein. Ich meldete mich zu einem Termin. Es stellte sich heraus, dass die Möglichkeit auf das Auslandpraktikum noch immer besteht. Also entschied ich mich, ein halbes Jahr nach England zu gehen. Einerseits um meine Englischkenntnisse zu verbessern, andererseits um neue Erfahrungen zu sammeln im Bereich des Berufs, des Sozialen sowie auch der Kultur. Es reizte mich, in einem anderen Land zu arbeiten und die englische Mentalität zu erleben.

 

Welches sind Ihre ersten Eindrücke von England, von ihrem Arbeitsplatz?

Bisher habe ich nur gute Erfahrungen und Begegnungen gehabt. Die Menschen hier sind sehr anständig und höflich. Sie helfen einem, wo auch immer man eine Frage oder ein Problem hat. Am Arbeitsplatz wurde ich von Anfang an ins Team integriert. Sie erklärten mir, welches meine Aufgaben sind und schon am zweiten Tag konnte ich Kunden bedienen. Und natürlich gibt es hier auch die eine oder andere «Teatime».

 

Ist im Ablauf eines englischen Betriebes in Grossbritannien etwas anders?

Ich darf mein Praktikum in einer Apotheke machen. Ich als Drogistin habe normalerweise nicht sehr viel mit Rezepten zu tun, daher musste ich mich zuerst mal an den Arbeitsablauf gewöhnen. Die Apotheken hier arbeiten nicht sehr viel mit natürlichen Heilmitteln, dafür sind eher die Healthshops zuständig. Deshalb kann ich nicht sehr viel beraten, sondern gebe mehr die verschriebenen Produkte heraus. Das Arbeitsklima ist komplett anders. Die Mitarbeitenden sind eher gelassen, auch wenn der ganze Laden voller Kunden ist. Auch die Ordnung und Sauberkeit des Shops entspricht nicht dem, was wir Schweizer uns gewohnt sind. Ich hatte jedoch auch nicht die Erwartung, dass alles so sein wird wie in der Schweiz. Es ist toll, auch mal etwas Anderes zu sehen.

 

Wie finden Sie sich zurecht?

Anfangs war ich sehr müde, da alles neu war und ich mich zuerst zurechtfinden musste. Inzwischen habe ich mich jedoch gut eingelebt. Ich kann mich nun auch ohne viel zu überlegen ausdrücken, wobei ich anfangs noch Schwierigkeiten hatte. Ich lerne jeden Tag neue Wörter und merke, wie ich sie in meinen eigenen Wortschatz integriere. Meine Gastfamilie ist super! Sie haben 3 Kinder im Alter zwischen 8 und 13 Jahren und einen Hund, mit dem sie an den Wochenenden jeweils einen Familienspaziergang machen. Sie fragen mich oft, ob ich mit ihnen mitwill, wenn sie etwas unternehmen. Das Essen ist abwechslungsreich und frisch. Ich besuche zweimal pro Woche einen Tanzkurs und lese viel in meiner Freizeit. Draussen zu sein in der Natur ist hier wunderschön, auch wenn der Wind inzwischen eiskalt geworden ist. Ich brauchte etwas Zeit, bis ich mich im Beruf zurechtfinden konnte. Doch nun fühle ich mich sehr wohl und im Team aufgenommen. Wir planen verschiedene Dinge zusammen zu unternehmen, von Kino bis zum GoKart fahren.

 

Was versprechen Sie sich von diesem Aufenthalt?

Ich will ohne gross zu überlegen Englisch sprechen können und meinen Wortschatz erweitern. Ausserdem will ich das Arbeitsleben in einem anderen Land erleben und meine Kenntnisse erweitern. Ich will in die englische Kultur eintauchen und soziale Kontakte knüpfen.

 

Ihre Wünsche für Ihre Zukunft?

Ich wünsche mir weiterhin viele gute Erlebnisse und dass ich noch weitere großartige Menschen kennenlernen darf. Ich hoffe, ich kann noch mehr in das englische Berufsleben eintauchen und meinen Aufenthalt mit vielen schönen Erinnerungen im März abschliessen.

 

Weitere Informationen: www.freisschulen.ch/auslandpraktika