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BYOD? Kein Fremdwort!

BYOD, respektive «bring your own device" bedeutet, dass die Lernenden ihr eigenes elektronisches Endgerät in der Berufsfachschule gezielt einsetzen lernen: Eine strategische Zielsetzung der Dienststelle für Berufs- und Weiterbildung des Kantons Luzern, welche die FREI’S Schulen bereits auf allen Ebenen leben.

Was bedeutet BYOD für eine Berufsfachschule? Worauf muss geachtet werden und was heisst das genau für Lernende und Lehrpersonen?


Lernen mit dem eigenen Endgerät
Kinder schützen heisst, sie auch in der digitalen Welt zu begleiten. Auf dem Informationsportal von Jugendundmedien.ch erhalten Eltern, Lehr- und Betreuungspersonen unter anderem Antworten darauf, wie sie die Heranwachsenden im Medienalltag kompetent begleiten können. Und zwar hin zu einer sicheren und altersgerechten Mediennutzung.

 

In einzelnen Schulen werden bereits Smartphones im Unterricht als Rechercheinstrumente eingesetzt. Die Medienpädagogin Eveline Hipeli begrüsst diese Tendenz: „Durch das Üben im Unterricht können Kompetenzen im Handygebrauch gefördert werden. Mit den digitalen Geräten im Unterricht verändert sich aber die Rolle der Lehrperson. Vom reinen Vermittler von Sachverhalten wird sie immer mehr auch zum Lerncoach.“

 


Geschulte Lehrkräfte
Bereits 2016 wurden die Lehrkräfte sukzessive an BYOD herangeführt und entsprechend geschult. Seit nunmehr zwei Jahren greifen Strategie und Massnahmen der FREI’S Schulen im Schulunterricht abteilungsübergreifend.

Ein internes «Digitales Kompetenzzentrum» aus drei digital affinen Lehrpersonen unterstützt die Lehrerschaft in dieser Rolle. Neben der Unterstützung im Unterricht werden jährlich auch mehrere Inputveranstaltungen angeboten, um die Lehrkräfte auf den aktuellsten Stand zu bringen.

So werden sie dazu motiviert, mit modernsten Lernformen zu lehren: mittels Learning-Apps (https://learningapps.org) oder Kahoot, einer Quizplattform, die spielerisch aktiv im Lehrplan eingesetzt werden kann, oder mittels Erklär-Videos, die einen Sachverhalt gezielt aufarbeiten, oder mittels sprach animierten Powerpoint-Präsentationen, die überbrückend zum live-Unterricht eingesetzt werden können, und vielem mehr.

 


Gezielte Einführung
Schrittweise werden die Lernenden an eine kompetente Arbeitsweise mit ihrem eigenen Gerät herangeführt. Medizinische Praxisassistenten, Laboranten und Teilnehmende des 10. Schuljahrs arbeiten wöchentlich mit ihren eigenen Geräten. Die Lernenden der Abteilungen Dentalassistenten, Tiermed. Praxisassistenten, Pharma-Assistenten und der kaufmännischen Grundbildungen bringen nach Vorankündigung ihre Geräte für gewisse Sequenzen mit.

Auch für die Vertiefungsarbeit (VA) im ABU und für die selbstständige Arbeit (SA) beim KV wird mit den mitgebrachten persönlichen Geräten gearbeitet.

 


Beispiel: Praxissoftware
Gemäss Bildungsverordnung wird eine Praxissoftware bei den Medizinischen Praxisassistenten bereits im ersten Lehrjahr eingeführt, im dritten Lehrjahr dann vertieft gelehrt. Dabei geht es um das gezielte Vernetzen von Grundkenntnissen, digital wie manuell, z. B. anhand Fragen wie «Was brauche ich alles, um ein Arztzeugnis korrekt ausfüllen zu können?»

Mittels Praxissoftware erfassen die Lernenden drei fiktive Patienten für die sie digitale Rezepte und Arztzeugnisse korrekt am PC ausstellen lernen. Hierbei werden auch die Laborgeräte sukzessive eingebunden.

Ausserdem besteht der Plan, die beiden Lernorte Überbetrieblicher Unterricht (ÜK) und Berufsfachschule genau hier zu verknüpfen, um mit den erarbeiteten digitalen Röntgenbildern aus dem ÜK direkt im Berufsfachschulunterricht weiterarbeiten zu können.

So werden nicht nur die gängigen Office-Programme unterrichtet, sondern auch, wie man vom schuleigenen Server die Aufgaben herunterlädt.

Übrigens wird die Praxissoftware auch in der Weiterbildung der FREI’S Schulen eingesetzt.

 
> Gerüstet für die Zukunft, denn ab 2020 heisst es: EPD – Digitales Patientendossier!

 


Beispiel: Digitales Röntgen
Bei der hausinternen Software für digitales Röntgen sind Beispiele hinterlegt von verschiedenen Körperteilen mit Brüchen etc. Die Lernenden üben hier nicht nur die qualitative Beurteilung einer Röntgenaufnahme, sondern auch die Bildbearbeitung am Bildschirm.

 


Beispiel: Moticam
Bei der Moticam handelt es sich um einen Aufsatz auf das Mikroskop im Labor. Mittels Moticam können die Bilder jeweils in kleinen Gruppen oder auf dem Beamer betrachtet werden und auf das eigene Smartphone heruntergeladen werden.

Der Vorteil liegt hier in einer eigenen Bildergalerie, welche sich die Lernenden anlegen und bei Bedarf darauf zurückgreifen können. Die digitalen Bilder werden inzwischen rege genutzt.

 


Beispiel: E-Books
Verschiedene E-Books werden auf die eigenen Endgeräte geladen, andere sind online verfügbar. Diese E-Books gelten als wichtiger, ständig verfügbarer digitaler Leitfaden bei Laborarbeiten, bei betrieblichen Prozessen, im Umgang mit Patientinnen und Patienten und in der bildgebenden Diagnostik.

 

Beispiel: E-Learning
Im E-Learning-Bereich üben die Lernenden der Med. Praxisassistent/in anhand Fragen aus vorjährigen Qualifikationsverfahren für die Lehrabschlussprüfung. So erhalten Lernende die Möglichkeit, mittels E-Learning jederzeit selbstständig üben zu können.

Die neue Bildungsverordnung bei den Med. Praxisassistenten wird übrigens 2019 eingeführt. Ein Teil dieser Verordnung betrifft auch vermehrt den Bereich E-Learning.

 


Digitales Umfeld für Lernende
Während ihrer Ausbildungszeit erhalten die Lernenden das MS-Office Paket als Download kostenlos zur Verfügung gestellt, damit sie die gängigen Programme kennen und nutzen lernen.

Gleichzeitig erhalten sie eine eigene E-Mailadresse der FREI’S Schulen, über die es während der Ausbildungszeit zu korrespondieren gilt.

 


Professionelles WLAN
Seit 2013 ist das gesamte Schulgebäude mit WLAN ausgestattet. 2018 wurde das Netz optimiert, um die Lernenden mit BYOD in die digitale Zukunft zu begleiten.

 


Professionelle Schuladministration
Seit 2017 arbeiten Administration wie Lehrkräfte mit einer umfassenden Schulsoftware. Hier werden Absenzen, Noten und weitere Daten aktiv und zentral verwaltet.

Diese neue Schulsoftware ist mobiloptimiert, sodass die Lernenden ab Sommer 2018 ihre Absenzen und Noten selbst einsehen können.

Um eine optimale und umfängliche Kooperation zwischen den Lernorten, dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsfachschule zu gewährleisten, werden in einer späteren Phase auch die Berufsbildner in die Schulsoftware eingebunden.

 


Über welche digitalen Fähigkeiten müssen junge Berufsleute heute verfügen?
Der Begriff «digitale Kompetenz» umfasst zahlreiche Fähigkeiten: vom Bedienen eines Smartphones über Datenschutz-Kenntnisse bis hin zu Anwendungen wie Robotik oder «Internet of Things» *.

Die Hochschule Luzern hat hierfür eine neue Online-Plattform entwickelt, die Berufs-schulen hilft, ihre Lernenden auf die Herausforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten. Diese Plattform soll nun sukzessive ausgebaut werden und gilt auch für die FREI’S Schulen als Leitfaden. www.berufsbildungdigital.ch


Video von Lernenden
BYOD aus Sicht unserer Lernenden – eine amüsante Betrachtungsweise: https://www.youtube.com/watch?v=EiWX-ZGKp2w

 


Weitere Informationen:
www.freisschulen.ch/byod

 

* Das „Internet of Things“ (IoT, auf deutsch: „Internet der Dinge“) bezeichnet die Vernetzung von „Dingen“, also von Gegenständen und Objekten, über das Internet.