News

Auslandpraktikum Laborant für Sven

Sven Kottmann (19) aus Zug ist Laborant EFZ Chemie. Er absolviert ein Praktikum in einer High-School als Lab Technician in Grossbritannien. Hier erzählt er von seinen Eindrücken und Erfahrungen.

Weshalb haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden? Für die Berufslehre als Laborant (Fachrichtung Chemie) habe ich mich sehr schnell entschieden. In der Oberstufe sah ich mich nach Berufen um, die eine gute Balance zwischen Theorie und praktischer Arbeit boten. Nach den ersten Schnupperlehren war ich begeistert von der Vielfalt der Dinge die man in dieser Lehre über Naturwissenschaften lernen und einsetzen kann. Meine Entscheidung war schon im zweiten Jahr der Oberstufe gefällt und ich schloss die Lehre im Juni 2018 ab.

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Auslandpraktikum zu absolvieren und wie lange werden Sie in England bleiben? Schon bevor die LAP begann, machte ich mir Gedanken über das Danach. Die Zeit nach dem Lehrabschluss erschien mir deshalb als die geeignetste, um einen längeren Aufenthalt im Ausland zu absolvieren. Zudem ermöglicht es mir, Arbeitserfahrung zu sammeln und mir Gedanken über meinen zukünftigen Berufsweg zu machen.

 

Welches sind Ihre ersten Eindrücke von England, von ihrem Arbeitsplatz? Der erste Eindruck von England war, dass die Menschen hier oft offen reagieren, wenn man auf sie zugeht und dass es nicht immer regnerisch ist. An meinem Arbeitsplatz war ich erstaunt über die Grösse dieser High-School und im Verhältnis dazu die Naturwissenschaftsabteilung. Die Zusammenarbeit mit meinen Arbeitskollegen lief von Anfang an rund und ich wurde komplett in den Tagesablauf integriert.

 

Ist im Ablauf eines englischen Betriebes in Grossbritannien etwas anders? Ich absolviere mein Auslandspraktikum in einer High-School als Lab Technician. Das bedeutet, dass ich zusammen mit den anderen Technicians die Experimente für den Unterricht vorbereite. In der Schweiz habe ich noch in keiner Schule gearbeitet, weshalb ich die Arbeitsabläufe nicht vergleichen kann. Ein Vergleich lässt sich höchstens mit dem Naturwissenschaftsunterricht an der Oberstufe ziehen. In England wird sehr viel mehr mittels Veranschaulichung und Experimenten gelehrt. Das gilt für Chemie, Biologie und Physik über alle High-School-Jahren hinweg (Alter 11-18 Jahre), was die Notwendigkeit des Lab Technicians an Schulen erklärt. Auch interessant für mich zu sehen war, dass vieles was uns Laboranten erst in der Berufslehre beigebracht wurde, hier bereits in der Schule gelehrt wird. Somit sah ich hier auch gelegentlich die Veranschaulichung von theoretisch erlerntem Wissen aus der Lehre. Das ist nicht weiter erstaunlich in Anbetracht der Grösse der Schule, aber es gab auch als «Assistent» für drei Vollzeit Lab Technicians immer zu tun.

 

Wie finden Sie sich zurecht? Ich hatte am Anfang meine Schwierigkeiten mit England. Mein Heimweh hat mich beinahe dazu bewegt, meine Koffer zu packen und in die Schweiz zurück zu fliegen. Mit der Sprache war es zu Beginn auch kein Zuckerschlecken, da es nicht meine Muttersprache ist und ich nur das Schulenglisch verstanden habe. Mit der Zeit kommt man aber gut rein und der Kopf brummt am Abend auch nicht mehr. Ich komme aus einer kleinen Praxis im Kanton Uri. Das war einer der Gründe, weshalb ich nach England gekommen bin: Ich wollte beruflich mehr sehen und lernen. Letzteres ist in England aber nur teilweise möglich. Ich habe viele Dinge gesehen, die in der Schweiz ein No-Go in meinem Beruf wären. Und ich musste feststellen, dass wir in der Schweiz sehr gut ausgebildet werden, obschon wir in den Augen der Engländer «lediglich» eine Lehre gemacht haben.

 

Was versprechen Sie sich von diesem Aufenthalt? Es ist mein grösstes Ziel, Arbeitserfahrung zu sammeln. Zudem verbessere ich meine Englischkenntnisse in der alltäglichen Kommunikation sowie mein Fachjargon. All dies auch um mir zusätzliche Zeit zu verschaffen, um meinen weiteren Werdegang zu planen.

 

Ihre Wünsche für Ihre Zukunft? Für meine Zukunft wünsche ich mir, eine interessante Stelle in einem internationalen Unternehmen, das in der Forschung und Entwicklung tätig ist, zu finden. Wofür meine Englischkenntnisse von Vorteil sein werden.

 

Informationen

Patrick Spielhofer, Projektleiter Auslandaufenthalte, T +41 41 418 10 26  www.freisschulen.ch/auslandpraktika