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Wie läuft ein Auslandpraktikum ab? Infos aus erster Hand.

Aus erster Hand zu erfahren, wie ein Auslandpraktikum abläuft, ist Gold wert. Marina Palkoska, gelernte Drogistin EFZ und Absolventin eines Auslandpraktikums, berichtete in den Abschlussklassen der Drogistinnen und Drogisten über ihre spannenden Erfahrungen in England.

Marina Palkoska (22) aus Cham ZG ist Drogistin EFZ und hat im Sommer 2018 abgeschlossen. Im Frühling 2019 verbrachte sie drei Monate in Winton bei Bournemouth im Praktikum als Drogistin. Jetzt absolviert sie die Vollzeit-Berufsmatura. Ihre beruflichen Wünsche gehen in Richtung dipl. Drogistin HF und vielleicht sogar Berufsschullehrerin.

 

«Ich habe während der drei Monate in England viele tolle Eindrücke sammeln können. Die Vorteile eines Auslandpraktikums liegen für mich in der neuen Lebenserfahrung, im Kennenlernen neuer Menschen und einer anderen Kultur. Auch wird man automatisch viel selbstständiger, denn man macht Vieles das erste Mal alleine.

 

Ich flog nach England mit den Englischkenntnissen aus meiner Schulzeit. Das ging recht gut, da die Engländer sehr offen und hilfsbereit sind. Allerdings waren die englischen Fachausdrücke im Berufsalltag einer Drogerie eine kleine Herausforderung, die ich mithilfe meines Handys gut lösen konnte. Während eines Praktikums besteht auch die Möglichkeit, einen Sprachkurs zu besuchen. So lernt man schnell Leute kennen. Aber ich persönlich wollte mich in diesen drei Monaten auf mein Praktikum konzentrieren und habe mich deshalb gegen einen Sprachkurs entschieden.

 

Die Kolleginnen und Kollegen im Discount Health Store in Winton waren ausgesprochen herzlich und unkompliziert. Eine Kollegin war mir sogar eine gute Stütze, als ich ein wenig Heimweh hatte.

 

Ich arbeitete jeweils von 9.30 bis 17.00 Uhr mit einer Stunde Mittag: der reinste Luxus! Auch habe ich ohne Weiteres Ferien bekommen oder konnte von Feiertagen für verlängerte Wochenenden profitieren, um mir London, Christchurch, Pool und andere Orte anzuschauen. Und es gibt viel zu unternehmen und zu entdecken! Praktisch ist, dass England nicht weit entfernt ist. So können Familie und Freunde ganz einfach für einen kurzen Besuch kommen.

 

Es war faszinierend, eine andere Kultur kennenzulernen. Die englische Kultur ist im Allgemeinen sehr gemütlich - mit typischer Tea-Time oder traditionellem Sunday Roast Dinner. Dann begeistern sich die Engländer auch sehr für Gin. Das Gin-Tasting, zu welchem ich mit meinen Kolleginnen ging, ist mir in guter Erinnerung geblieben. Oder das typisch englische Wetter, das ich übrigens gar nicht als so verregnet wahrgenommen habe, sondern eher als sehr windig. Ja, und dann dieser Linksverkehr!

 

Eine Betreuungsperson von UK Guardians holte mich am Busterminal ab und informierte mich über eine WhatsApp-Gruppe von jungen Schweizerinnen und Schweizern, die im Umkreis arbeiteten oder zur Schule gingen. So hatte ich von Anfang an Kontakt zu jungen Leuten, mit denen ich etwas unternehmen konnte.

 

Meine Gastfamilie war sehr freundlich und lebte in einem typisch englischen Harry-Potter-Haus, wie sie praktisch überall in England gebaut werden. Mit drei Kindern und einem Hund ging es ganz schön laut und fröhlich zu und her. Übrigens kann man im Vorfeld seine Präferenzen wünschen, z. B. ob man Hunde oder Kinder in der Gastfamilie möchte.

 

Dieses Angebot steht allen bis ein Jahr nach Lehrabschluss offen. Patrick Spielhofer unterstützt bei der Planung und Organisation. Ein Praktikum sollte mindestens drei Monate lang sein und es ist ratsam, dieses Praktikum ein bis drei Monate im Voraus zu planen, da es verschiedene Papiere einzureichen gilt, wie eine Bewerbung auf Englisch, die Versicherungs- und Krankenkassenbescheinigung usw. Die Organisation von Gastfamilie, Förderbeiträgen und Praktikumsstelle übernehmen die FREI’S Schulen.

 

Nach Einreichen eines Schlussberichts erhält man von Movetia übrigens ein Zertifikat, das bei der Bewerbung in einer Drogerie mit englischsprechenden Kundinnen und Kunden sicher hilfreich sein kann. Obwohl es während dieser Zeit keinen Praktikumslohn gab, reichte der Förderbeitrag von Movetia sehr gut für Unterkunft, Aufenthalt, Flug und Taschengeld. Alles hat wunderbar geklappt und ich erhielt jederzeit gute Unterstützung.

 

Es ist eine tolle Erfahrung, die ich nur empfehlen kann!»

 

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