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Die Talents School macht junge Talente beruflich fit

Mit dem Ziel, sportlich und musisch Begabten eine berufliche Grundbildung zu ermöglichen, haben die FREI’S Schulen im Jahr 2000 die Talents School gegründet. Seit 17 Jahren wird sie im Auftrag des Kantons Luzern im Rahmen des Talentförderungsprogramms geführt.

Inola Blatty ist frischgebackene Absolventin der Talents School und hat im Sommer 2018 ihre Grundbildung als Kauffrau EFZ abgeschlossen. Sie ist Leichtathletin beim TSV Rothenburg und gewann bisher an den Nachwuchs-Schweizer-Meisterschaften insgesamt 10x Gold und 4x Silber in den Sprint- und Hürdendisziplinen. Nachfolgend gibt sie uns einen Einblick in die letzten vier Jahre ihrer Ausbildung.

 

Was begeistert Sie an der Leichtathletik am meisten? Die verschiedenen Disziplinen bieten einen interessanten Mix: Man hat eine grosse Auswahl an Lauf-, Sprung- und Wurfdisziplinen. Für die Sprintdisziplinen muss man Schnellkraft und Technik optimal kombinieren können und dazu mental sehr stark sein.

 

Wie sind Sie zu diesem Sport gekommen? Ich habe früher sieben Jahre beim FC Triengen Fussball gespielt. Mein älterer Bruder fing im Turnverein Triengen mit der Leichtathletik an und nahm mich mit zu einem Schnuppertraining. Da meine Schnelligkeit gleich auffiel, bestritt ich den Schweizerfinal des Migros-Sprints in Bern und lief auf den zweiten Platz. Nach kurzer Zeit wechselte ich zum TSV Rothenburg und fing mit dem professionellen Training an.

 

Wie sind Sie auf die Talents School der FREI’S Schulen aufmerksam geworden? In der Oberstufe besuchten wir die LUGA auf der Luzerner Allmend. Die Talents School war dort mit einem Messestand vertreten, der mich von Beginn weg sehr interessierte. So haben wir uns schon früh über eine mögliche Lehre an der Talents School informiert. Nach einem Zwischenjahr habe ich mich dort angemeldet. Viele Schülerinnen und Schüler der Sportschule Kriens besuchten anschliessend die Talents School.

 

Wie sah Ihre durchschnittliche Woche während der Ausbildung an der Talents School / Pilatus Akademie aus? Beim Schulblock ging ich am Morgen mit dem Zug zur Schule und hatte anschliessend oder am Abend Training. Am Dienstag- und Donnerstagmorgen besuchte ich jeweils ein Zusatztraining, da wir nur zwei Lektionen Schule hatten. Während des Betriebspraktikums beim Lehner Versand konnte ich meinen Arbeitseinsatz auf meine Trainings abstimmen. Ich arbeitete im 50%-Pensum und konnte Arbeit, Schule und Leichtathletik optimal kombinieren. Dabei musste ich nie auf ein Training oder einen Wettkampf verzichten.

 

Rückblickend - wo liegen für Sie die Vorteile dieser kaufmännischen Ausbildung? Man hat die Möglichkeit, trotz hohem sportlichen Aufwand, eine ideale Grundausbildung zu absolvieren. Auch ist man mit verschiedenen Sportlerinnen und Sportlern in der Klasse und kann sich so über Trainingsarten und Erfolge austauschen.

 

Würden Sie das Angebot der Talents School weiterempfehlen? Ich würde dieses Angebot auf jeden Fall weiterempfehlen. Bei dem schulischen sowie beruflichem Pensum kann ich mich 100% auf den Sport fokussieren, was mir zu Beginn dieser Ausbildung Priorität war. Mit der Ausbildung zur Kauffrau EFZ stehen mir viele Türen offen.

 

Was haben Sie während Ihrer Betriebspraktika alles lernen können? Ich absolvierte beide Praktika beim Lehner Versand in Schenkon. Während der beiden Jahre erhielt ich Einblick in die Abteilungen Einkauf Mode, Kundendienst, Marketing, Lager, Verkaufsladen, Personal sowie Buchhaltung. So bekam ich eine Idee von den  Tätigkeiten in einem Versandhaus wie zum Beispiel Lieferantenbestellungen platzieren, Kundenbestellungen/Reklamationen entgegennehmen, Kundenevent planen oder das Zeitmanagement der Angestellten und die Lagerbewirtschaftung.

 

Was nehmen Sie von diesem Talentförderungsprogramm für Ihre Zukunft mit? Man sollte jegliche Möglichkeit, die uns Sportlerinnen und Sportlern angeboten wird, um die Ausbildung ideal zu kombinieren, voll und ganz nützen. Mit diesem Talentförderungsprogramm kommt uns der Kanton einen riesigen Schritt entgegen und entlastet uns von einer weiteren Belastung. In der beruflichen Zukunft hat man nicht immer die Chance, von solch einem Programm profitieren zu können.

 

Was können Sie Interessierten raten, die diese Ausbildung auch machen möchten? Als Lernende der Talents School ist es wichtig, vom ersten Tag an die Ausbildung mit dem gleichen Ehrgeiz wie beim Sport anzugehen. Dies mindert den Aufwand vor wichtigen Prüfungen und Diplomen. Ebenfalls sollte man die Chance nützen, sich mit anderen Sportlerinnen und Sportlern Erfahrungen auszutauschen.

 

Wie sehen die Pläne für Ihre Zukunft aus? Ich beginne im August 2018 mit der berufsbegleitenden Berufsmatura in Luzern: Mit einem 40%-Pensum werde ich bei meinem Ausbildungsbetrieb, dem Lehner Versand, in der Abteilung Einkauf Schuhe arbeiten. Weitere 20% gehe ich zur Schule und die restlichen 40% setze ich für den Sport ein.

 

Die Talents School der FREI’S Schulen befindet sich seit 2014 an der Pilatus Akademie auf der Luzerner Allmend. Sie bietet Jugendlichen die Möglichkeit, ihr sportliches oder musisches Talent mit einer kaufmännischen Berufslehre zu verbinden. Einige von ihnen wohnen auch in der Pilatus Akademie. Die Berufsfachschule wird vom Kanton finanziert.


Insgesamt schlossen über 500 Absolventinnen und Absolventen ihre berufliche Grundbildung hier ab. Zurzeit besuchen rund 120 Talentierte aus Sport, Musik und Tanz dieses Talentförderungsprogramm.